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Häuser zeigen Kunst aus der Region
30.11.03 bis 4.1.04
AUSGEZEICHNET
Huldigung
Leta Peer: "Devoted to a Landscape #7", 2002.
Erhabene Bergwelt, goldener
Altar – erstickt die hehre Landschaftsmalerei wieder im Weihrauchduft?
Nicht
ganz. Eher ist es der geschulte Blick, der sich nochmals an den
Fluchtlinien der Geschichte misst, ohne dem Diktat des Mediums hörig
zu
sein: Selten haben sich Malerei und Fotografie so raffiniert aus nächster
Nähe befragt wie in den neuen Arbeiten von Leta Peer.
Die Künstlerin setzt die Landschaften digital in Aufnahmen
spätmittelalterlicher Hochaltäre ein. Durch die Überhöhung
wird das Erhabene
in der suspekt gewordenen Weihe des sakralen Orts nivelliert und schüttelt kulturelle
Hypotheken (die Landschaftsmalerei stand stets im Verdacht, nur
Abbild zu sein) ab. Nun ist die Idee der Kontextverschiebung zwar ein
alter
Hut. Wer aber weiss, dass Peers mächtige Berge im Original handgrosse
Miniaturen auf Holz sind, die sie ihrerseits aus der Erinnerung oder
anhand
von Fotografien malt, wird entzückt im Werk die wahre Grösse
finden: Die
Fähigkeit einer subtilen Umwertung ganz ohne ästhetische Gewalt. Alexander Marzahn
Kunst Raum Riehen.
© Basler Zeitung Agenda; 24.12.2003; Nummer
2003-52; Seite 12
Basler Agenda; Galerien
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